wuerdekompasstreffen

Bei unserem letzten Treffen am 27. August 2019 im Café Weberhaus im Jazzkeller beschäftigen wir uns mit dem Thema „zuhören“.

In unserer Gesellschaft geht es sehr viel darum, was wir tun, aber wir beschäftigen uns wenig mit der Frage, wie es uns dabei geht (Wie geht es mir in der Welt?) und warum wir etwas tun
(Warum ist mir etwas wichtig/ weniger wichtig?)
Wir hören uns selbst und uns gegenseitig zu wenig zu, wenn es um die Beantwortung dieser Fragen geht.

Da wir es gewohnt sind, nur „oberflächlich“ miteinander zu reden und es oft nur darum geht, was jemand gemacht hat oder was er/sie nicht gemacht hat, kommt es schnell zu Verurteilungen. Sobald wir an dieser Stelle anfangen zu kritisieren/urteilen, sind wir nicht mehr richtig offen für das, was wirklich hinter dem Verhalten des Anderen steckt und wir hören auf zuzuhören.

Statt zuzuhören, formulieren wir innerlich unsere eigenen Wahrheiten – so können wir nicht wirklich etwas über den anderen erfahren – wir verpassen die Gelegenheit, ihn wirklich kennenzulernen.

Damit wir zuhören können, müssen wir in der Lage sein, unsere eigenen Meinungen, Gedanken, Ansichten, Wertvorstellungen hintanzustellen und uns für die Gedanken und Befindlichkeiten unseres Gegenübers öffnen.„Das Hören“ können wir als Kanal in unserem Leben nutzen. Wir können lernen, auf uns selbst zu hören – erst dann können wir auch anderen zuhören.Wenn ich anfange, mich zu hören, bin ich nicht mehr manipulierbar. In der Innenwelt finden wir unseren Anker aber für unser „Inneres“ ist oft nicht viel Platz.

Anliegen für die Würdekompassgruppe: Gruppe nutzen, um „unsere eigenen Themen“ anzuschauen. Wie gehe ich damit um, wenn sich andere nicht so verhalten wie ich will?Aus der Auseinandersetzung mit uns selbst (das heißt, indem wir uns selbst zuhören) stoßen wir auf Dinge, die wir nicht würdevoll finden – das können wir in der Würdegruppe ansprechen und darüber reden, wie wir damit umgehen wollen (ob wir zum Beispiel einen Artikel dazu in der Zeitung veröffentlichen wollen, …)Das bedeutet, wir können uns die Frage stellen: Wo „schleudert“ es mich in der Würde am meisten? Ich kann mir selbst zuhören und meine Bedürfnisse wahrnehmen. Wenn ich weiß, was mir fehlt, kann ich den anderen wahrnehmen und fragen, was er braucht.Gesellschaftliche Themen in der Würdegruppe anschauen: Wie kann man Menschen das Gefühl geben, dass sie wertvoll sind? – zum Beispiel, indem man ihnen zuhört. Wenn Menschen das Gefühl bekommen, dass sie wertvoll sind, verändert sich die Gesellschaft.

Frage: Gibt es auch andere Wege (außer das Zuhören), um in Menschen das Bewusstsein dafür zu wecken, dass sie wertvoll sind?
Wenn ich jemandem zuhöre, kann er/ sie sich leichter verändern – er kann sich aber immer nur von sich aus verändern – man kann niemanden zwingen, sich zu verändern – Wenn man von jemanden einfordert, dass er sich verändert, ist es eine Form von Gewalt – Frage: Was mache ich, wenn ich nicht einfordern kann, dass mein Gegenüber sein Verhalten ändert, ich aber unter seinem Verhalten leide (Thema Selbstverantwortung)?

Zuhören = eine Entscheidung: Ich kann mich dafür entscheiden, meinem Gegenüber zuzuhören. Zuhören bedeutet anerkennen, wertschätzen, wahrnehmen.Es gibt auch Grenzen des Zuhörens: wenn man nicht mehr zuhören kann, weil das Gegenüber schon so lange zu einem spricht, kann man das freundlich sagen und eventuell zu einem späteren Zeitpunkt weiterreden. Andere Würdegruppen haben in ihrer Stadt schon Aktionen zum Thema „Zuhören“ durchgeführt: Frage + Gedankenspiel: Was für eine Aktion könnten wir uns in Weiz zum Thema „Zuhören“ vorstellen? Ist eine solche Aktion sinnvoll/notwendig? Wie würden die Menschen darauf reagieren? Haben die Menschen das Bedürfnis, dass ihnen jemand zuhört? Gibt es auch die Möglichkeit, Menschen in Form eines Interviews zu befragen? Wie ließe sich das umsetzen? Was würde dies bewirken? Und was ist der Unterschied zum „reinen Zuhören“? Was ist sinnvoller? Was würden die Menschen lieber mögen?

Das nächste Treffen der Würdekompassgruppe findet am 24. September 2019um 19 Uhrim Jazzkellerzum Thema „Selbstverantwortung“ statt. Inwieweit ist jeder Mensch für sich selbst verantwortlich? Was bedeutet es, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen? Was passiert, wenn wir keine Verantwortung für uns selbst übernehmen können/wollen? In Abgrenzung dazu: Inwieweit tragen wir die Verantwortung unseren Mitmenschen/ der Welt gegenüber?

ANMELDUNG
Wir bitten um Anmeldung, damit wir einschätzen können, wie viele am Treffen teilnehmen können. wuerde@bildungweiz.at

Eine Vorbereitung auf die Würdekompassgruppen-Treffen wird nicht vorausgesetzt, es ist aber vorteilhaft, sich mit der Initiative vertraut zu machen. Dazu empfehlen wir folgende links:

https://www.wuerdekompass.de/wuerdekompass-gruppen
https://www.youtube.com/watch?v=kAneXsi-EdQ

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